Gedenkseite und Nachruf für Bernd Seiffert, Radler u. Todesopfer

Mein Sohn war ein freundliches, mitfühlendes und liebes Kind. Er liebte das Leben und war schon als kleines Kind an den Zusammenhängen und Gesetzmäßigkeiten unserer Welt interessiert. Er fragte z. B. im Alter von 4 Jahren: Wie hoch sind die Straßenlaternen? In vielen Gesprächen habe ich ihm mein Wissen vermittelt.

Bernd hat sich um seine Geschwister gekümmert. Durch sein freundliches Wesen hat er viele Menschen für sich gewinnen können.

Auch die Oma von Bernd ist nun zu Tode betrübt:

Bernd hat sich darum bemüht, die Dinge zu ergründen. Er hat immer sein Bestes gegeben, glaubte an das Gute und hat den Menschen vertraut.

Bernd hatte sein ganzes Leben noch vor sich.

Bernd Seiffert war ein positiver und optimistischer Mensch und ein Idealist. Er hat sich selbstlos für die Belange seiner Mitmenschen eingesetzt. Er war intelligent, sehr verantwortungs- und umweltbewußt. Seine Konsequenz wurde von Vielen bewundert.

Viele Jahre hatte er sein Taschengeld gespart und sich nicht viel gegönnt. Dann hat er sich davon ein fabrikneues Auto gekauft. Um die Umwelt zu schonen hat er es aber bald danach wieder verkauft und den gesamten Erlös dem Kindermissionswerk gespendet.

Bernd war sehr naturverbunden. Er liebte die Pflanzen und Tiere. An der Anlage dieses Gartenteiches hat er maßgeblich mitgewirkt:

Das war der Hund, um welchen sich Bernd auch mit gekümmert hatte:

Wir haben uns viel unterhalten; er war besonders an Philosophie, Theologie, Psychologie, Ernährungswissenschaften und Technik interessiert. Er liebte die Natur und seine täglichen Fahrten mit dem Fahrrad. Mit einer Partnerschaft, Ehe bzw. Kindern wollte er bis zum Abschluss seiner Ausbildung warten. Er hatte einen Bausparvertrag.

(Bernd Seiffert mit seinem Vater bei einer Fahrrad-Tour in Süd-West-Frankreich)

Bernd war ein guter Schütze. Um seine Konzentrationsfähigkeit zu stärken und die Kontakte mit Freunden zu pflegen, schoss er mit dem Bogen, Luftgewehr und der Luftpistole in einem Schützenverein. Er war mehrere Jahre Kreis-Jugendmeister.

Seine Leidenschaft war das Fahrradfahren. Er war ein Asket, sehr gesundheitsbewußt und top-fit.

Ausflug an die Mosel

Er hatte an der Universität in Aachen seine Ausbildung zum Software-Entwickler absolviert. Nun ging er Tanzen und er hatte die Absicht eine Familie zu gründen und ein Haus zu kaufen.

Von seinem Gehalt der letzten Jahre hat er große Teile zurück gelegt. Nach seinem Tod hat er daher eine stattliche Summe hinterlassen, die er ebenfalls dem Kindermissionswerk vererbt hat.

Da er kerngesund war, hätte er wohl noch weit mehr als 60 Jahre leben können. Er wollte Kinder bekommen und hätte seine Enkelkinder aufwachsen sehen können. Wie wichtig dies – mit Blick auf die schwindenden Geburtenzahlen – für unsere Gesellschaft gewesen wäre, ist offensichtlich. Nun ist alles durch die Gewissenlosigkeit eines Einzigen zunichte gemacht worden.

Camping in Süd-Frankreich

(Bernd Seiffert)

Er wird nicht nur seinen Eltern und Geschwistern – die es sehr schwer haben, mit seinem plötzlichen Tod fertigzuwerden – sondern auch vielen anderen Menschen sehr fehlen. Bernd war Meßdiener in der Pfarre St. Heinrich in Aachen, Pfadfinder, Schütze in Aachen-Laurensberg und in verschiedenen anderen gemeinnützigen Organisationen („Heimkinder“ und „Psychiatrie.Paten“) tätig.

Zuletzt hatte er den Schwerpunkt seiner ehrenamtlichen Tätigkeit im Bereich der „Antipsychiatrie“ gelegt. Bei den Psychiatrie-Paten war er u. A. für die Buchführung und für politische Aktionen zuständig. Im Verein der Psychiatrie Patinnen und Paten e.V. war er Mitglied und im Landesverband Psychiatrie Erfahrener NRW war er im Vorstand. Zuletzt führte er als politischer Aktivist ein Gespräch mit Minister Laumann. An der Änderung der Regelungen zur Patientenverfügung hat er Einfluss genommern.


http://psychiatriekritikerberndseiffert.blogspot.com/


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Er hat sich mit seiner ganzen Energie in seinen Ehrenämtern vor Allem für die Schwachen und Geschundenen der Gesellschaft eingesetzt. Sein Tod hat dort eine große Lücke gerissen, da er zu den Aktivsten gehört hat. Spontan wurden am Ort des schrecklichen Geschehens Blumen niedergelegt.

(Bernd Seiffert zusammen mit Rainer Seiffert)

Um die Umwelt zu schonen und um durch Fahrradtraining seine Gesundheit zu stärken, hatte Bernd Seiffert schon vor Jahren sein Auto abgeschafft. Ein fabrikneues Auto hat er verkauft. Den Verkaufspreis hat er dem Kindermissionswerk gependet.

Den Führerschein besaß er aber noch. Er ernährte sich bewußt, war Vegetarier und Anti-Alkoholiker.

Ich bin geschockt. Wir vermissen ihn alle sehr. Kinder sollten nicht vor ihren Eltern sterben.

Mein Sohn Bernd Seiffert wurde durch einen skrupellosen und gewissenlosen LKW-Fahrer umgebracht.

Bernd verabscheute immer den Alkoholismus. Er hat sich immer dagegen eingesetzt und war überzeugter Antialkoholiher. Es ist furchtbar, dass er ausgerechnet von einen Alkoholiker umgebracht wurde.

Meine Frau war die Hausärztin von Bernd. Trotz dem war Bernd  – aufgrund von Erfahrungen mit anderen Ärzten – ein Arzt-Kritiker.

Die Rolle, die die Ärzte in seinem Notfall gespielt haben, muss – auch im Interesse von Bernd – noch gründlich untersucht werden.

Das Zimmer von Bernd Seiffert wird nun für immer leer bleiben:

(Vater Rainer Seiffert, Foto: Bild Zeitung)

Mein lieber Sohn wird immer ein Teil von mir sein und mir immer im Gedächtnis bleiben.

Ein Trost ist, dass für seine letzte Reise sehr viele Menschen beten.

Bernd Seiffert war im Vorstand von diversen Vereinen, welche gemeinnützige Zwecke verfolgen. Er war sehr beliebt. Viele Menschen (ca. 200), eine überwältigende Zahl von Freunden aus den verschiedenen Ehrenämtern meines Sohnes sowie Leute, denen er geholfen hat, haben ihn auf seinem letzten Gang begleitet. Sie trauerten auf dem Westfriedhof gemeinsam um ihn.

Ein letzter Gruß der Pfadfinder, bei welchen Bernd seit vielen Jahren Mitglied ist und die zur Beerdigung in großer Zahl erschienen sind:

„Er hatte noch so viel vor, große Pläne, Träume und viele Ideen. Sein großes Herz gehörte den Geschundenen der Gesellschaft…“ erinnerte die Referentin während des Gottesdienstes an Bernd.

Bild Zeitung:

„Nach der Beisetzung lag auf Bernds Grab ein wunderschönes Blumenmeer. Auf einem der Kranzbänder steht: „Wir haben etwas Unersetzliches verloren.“

Mit Bernd wurde ein Teil von mir auf dem Friedhof beerdigt.

In Bernds Elternhaus wurden Bilder, Totenkerzen und Blumen zu seinem Gedenken aufgestellt. Wie ich erfahren habe, wurden auch in dem Haus, in welchen er seit einiger Zeit wohnte, von den Mitbewohnern vor der Tür seiner Wohnung eine Gedenkstätte – bestehend aus einem Bild, einer Totenkerze, Blumen und einem Kreuz – errichtet.

Ein Besuch auf dem Friedhof:

http://www.youtube.com/watch?v=kqj7m8X7-iY

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