Fahrerflucht-Blog, Twitter-Fahndung von Rainer Seiffert nach Michel M., dem Todesfahrer von Mönchengladbach; Hinweise zur Fahrerflucht (Todesopfer: Bernd Seiffert)

Herzlich willkommen auf diesem Blog, den ich in meiner ersten Verzweiflung Anfang Mai 2010 ins Leben gerufen habe um den flüchtigen Todesfahrer Michel M. zu ermitteln. Er hatte meinen Sohn totgefahren und dann verbluten lassen. Der Blog soll helfen, Informationen zum Tathergang zu sammeln, er soll meine Freunde unterrichten und für ein Bewußtsein für Verkehrssicherheit werben. Dieser Blog hatte schon viele tausend Besucher. Über den Fall wurde in Radio, Fernsehen, Zeitungen und in Internet-Foren häufig berichtet. Meine zusammen 380.000 Twitter-Abonenten (größtes deutsches Twitter-Netzwerk) wurden ebenfalls über die Vorgänge auf dem Laufenden gehalten. Bei der ersten deutschen Twitter-Fahndung habe ich viel Unterstützung erfahren. Die öffentliche Beteiligung ist überwältigend. Viele Menschen haben zu meiner Meinungsbildung beigetragen, ihre Anteilnahme zum Ausdruck gebracht und mich in ihren Gebeten unterstützt. Ihnen Allen vielen Dank!

Inhaltsverzeichnis / Wegweiser

Auf einer Blog-Seite (schwarzes Register oben) von Anfang Mai 2010 (Twitter-Fahndung…..) wird relativ umfangreich über den Ablauf der Tat, die Fahndung und die Trauer berichtet. Auf dieser Seite können Sie auch gerne Kommentare abgeben.

Eine weitere Seite (Tödliche Fahrerflucht, aktuelle Fahndung / Hinweise / Prozess) ab Mai 2010 informiert über den Stand der Fahndung bzw. der Ermittlungen.

Bei der Seite Presse-Links habe ich einige ausgewählte Links zu Presse-Meldungen eingefügt. Es handelt sich – um den Rahmen nicht zu sprengen – nur um einige Links zu Tageszeitungen und zu der letzten Fernsehsendung. Berichtet wurde aber auch bei vielen Internet-Plattformen, bei den wesentlichen Radio-Programmen, den wesentlichen Fernsehsendern und in Illustrierten.

Auf der Seite „Umweltbewußte Fahrradfahrer sind zu schützen“ spreche ich die Problematik an, dass wir alle vor skrupellosen LKW-Fahrern geschützt werden müssen.

Bei der Seite „Gedenkseite für Bernd Seiffert, Radler und Todesopfer “ wird über das Leben und den Tod meines Sohnes berichtet. Auf der Seite „Gedenkstätten zur Erinnerung an Bernd Seiffert“ gibt es Fotos von Gedenkstätten.

Auf der Seite „Prozess gegen den Todesfahrer….“ ab Oktober 2010 wird über den Prozess am Landgericht Mönchengladbach in einer Art Tagebuch berichtet, der mit einem – vor allem für die deutschen Radler – unglaublichen Urteil abgeschlossen wurde.

Über das Urteil wird auf der Seite „Urteil vom 03.12.2010 des Landgerichtes gegen den Todesfahrer…..“ berichtet. Danach sind – nach meiner Meinung – nun alle Fahrradfahrer zum Teil Freiwild für alkoholisierte Autofahrer ohne Fahrerlaubnis, denn ihnen kann eine Mitschuld angelastet werden, wenn sie den Fahrradweg nicht benutzen.

Auf der Seite „Zur Revision beim Bundesgerichtshof….“ (06.12.2010) wird über die Revision beim BGH bzw. über die BGH-Entscheidung und die Revisionsverhandlung beim LG Mönchengladbach (ab 14.12.2011) berichtet.

Die Informationen und eigenen Fotos auf diesem Blog (ohne Polizeifotos und Fotos der Bild Zeitung) dürfen von der Presse und den Internet-Diensten insbesondere zu Fahndungszwecken oder zur Berichterstattung verwendet werden.

Hier können Sie sehen, ob Ihnen meine Facebook-Seite gefällt:
http://www.facebook.com/RSeiffert

(Das Opfer, mein Sohn Bernd Seiffert)

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Zusammenfassung

16.10.2011:
Da der Blog inzwischen recht umfangreich ist, habe ich das Geschehene in einer relativ kurzen Schilderung  zusammengefasst:

Am 28.04.2010 wurde der 26 Jahre alte Softwareentwickler Bernd Seiffert bei einer Fahrt auf einer Straße in Mönchengladbach von einem Klein-LKW von hinten erfasst und gegen einen Poller geschleudert. Er wurde erst ca. 15 Minuten später (u. A. ausgekühlt und mit fortgeschrittenen Blutungen der gerissenen Leber) gefunden. Bei seinen schweren inneren Verletzungen kam es aber auf jede Minute an. Er starb noch am gleichen Tag im Krankenhaus.

Der alkoholisierte LKW-Fahrer, der seit Jahren ohne Führerschein fuhr – da er ihn wegen Fahrens mit Alkohol verloren hatte – flüchtete, ohne Hilfe zu rufen, um seine Straftat des Fahrens mit Alkohol und ohne Fahrerlaubnis. zu verdecken. Wie Zeugenaussagen ergeben haben, hat ihn seine Tat nicht berührt. Er scherzte noch nach der Tat.

Die Polizei bildete eine 14-Köpfige Ermittlungs-Kommission um den Täter zu ergreifen. Eine Belohnung wurde ausgesetzt. Unterstützt wurde die Fahndung durch die Presse. Ferner fahndete der Vater über das Internet nach einem Kleintransporter mit fehlendem rechten Aussenspiegel. Es war die erste große deutsche Twitter-Fahndung. Die Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit war sehr groß. Ein Polizeisprecher sagte, noch nie sind in Deutschland bei einer Fahrerflucht so viele Hinweise bei der Polizei eingegangen.

Vier Tage nach der Tat wurde der Fahrerflüchtige aufgrund eines Hinweises (mit einer Flasche Bier am Steuer) festgenommen. Den Schaden an seinem Fahrzeug hatte er reparieren lassen.

In dem Urteil des Langerichts Mönchengladbach vom 03.12.2010 wurde der LKW-Fahrer wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis, fahrlässiger Tötung und versuchten Mordes zu 9 Jahren Haft verurteilt. Der Täter hatte auch in der Verhandlung versucht, seine Schuld zu vertuschen und war uneinsichtig. Zeugen hatte ausgesagt, dass sie ihn nicht gemeldet hätten da sie um Ihr Leben fürchteten, da er Mitglied einer Verbrecherbande sei. Ein Gerichts-Psychologe hatte ihn als für seine Tat voll verantwortlich begutachtet.

Gegen das Urteil haben der Vater und der Bruder des Getöteten als Nebenkläger Revision eingelgt, da das Gericht – aufgrund von Milderungen wegen einer angeblichen Mitschuld des Opfers (Radweg nicht benutzt) und der Annahme, das Opfer wäre auch bei rechtzeitiger Hilfe gestorben – noch unter dem Antrag der Verteidigung (10-12 Jahre) blieb.

Folgende Tatsachen wurden nach Ansicht der Nebenklage vom Landgericht nicht berücksichtigt:

Den Radweg hat das Opfer nicht benutzt, da der Weg erst kurz vorher aus Rheindahlen kam und ein Radweg-Schild aus seiner Fahrrichtung nicht vorhanden war.

Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub empfielt, nur bei vorhanden Schild (wegen der rechtlichen Pflicht) auf Radwegen zu fahren, da statistisch nachgewiesen ist, dass Radwege gefährlicher als Straßen sind. Deshalb werden z.B. in Köln Radwege zurückgebaut.

Bei Dunkelheit sind bei vorschrifsmäßig eingestelltem Scheinwerfer laut einem vorliegenden Gutachten selbst vorhandene Schilder nicht sichtbar, da sie der Scheinwerfer nicht erfassen kann.

Ferner darf man laut Rechtsprechung selbst bei vorhandenem Schild auf der Straße fahren, wenn man – wie laut Gerichtgutachter das Opfer – mit einem schnellen Fahrrad schnell unterwegs ist und auf dem Radweg langsamer fahren müsste.

Der Getötete musste nicht sowieso sterben. Er lag 10 bis 20 Minuten in der Kälte am Unfallort. Diese Zeit hätte nach meiner Meinung ausgereicht, um sein Leben zu retten, denn er wäre entsprechend früher ins Krankenhaus gekommen und seine Verletzungen hätten nicht zwangsläufig tödlich sein müssen. 2 Minuten sind erforderlich, um den Bauch zu öffnen. Nur 5 Sekunden werden benötigt, um die Milz abzuklemmen, damit diese nicht weiter bluten kann. Dann besteht ausreichend Zeit für weitere lebensrettenden Maßnahmen. Durch die starke Unterkühlung durch das Liegen am Unfallort wurde die Blutgerinnungsfähigkeit entscheidend geschwächt. Deshalb ist er verblutet. Bei sofortiger Hilfe wäre die Leberblutung rechtzeitig gestoppt worden. Ein inneres Verbluten hätte nicht mehr erfolgen können und ein Blutungsschock hätte nicht eintreten können. Die Eingriffsdauer bis zur allerersten Blutstillung im Bauchraum hätte nur ca. 10 Minuten betragen.

Die diesbezüglichen Einlassungen der Nebenklage und das Angebot ein Gutachten vorzulegen, wurden vom Landgericht Mönchengladbach nicht berücksichtigt.

Der Täter hatte ebenfalls Revision eingelegt, um die Verurteilung wegen fahrlässiger Tötung und den versuchten Mordes aufzuheben und mehr Milderung zu bekommen.

Beim Bundesgerichtshof wurde mit Beschluss vom 30.06.2011 (4 StR 241/11) die erfolgte Verurteilung wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis, fahrlässiger Tötung und versuchten Mordes bestätigt. Es bleibt also bei der Verurteilung wegen fahrlässiger Tötung und versuchten Mordes. Entsprochen wurde dem Wunsch des Angeklagten, eine (weitere) Milderung zu prüfen. Dazu wurde die Sache an das Landgericht zurück verwiesen.

Die Revision der Nebenklage gegen das Urteil des LG Mönchengladbach vom 03.12.2010 wurde vom BGH als unzulässig verworfen.

Dies wurde bei der Rüge bezüglich der Einschätzung der Frage, ob Bernd sowieso gestorben wäre u. A. damit begründet, dass dies eine im Revisionsverfahren regelmäßig nicht mögliche Rekonstruktion der Beweisaufnahme voraussetzen würde.

Die übrigen Revisions-Vorträge wurden mit dem Hinweis auf § 400 Abs 1 StPO – der u. A. besagt, dass ein Nebenkläger ein Urteil nicht mit dem Ziel anfechten kann, dass eine andere Rechtsfolge der Tat verhängt wird oder dass der Angeklagte wegen einer Gesetzesverletzung verurteilt wird, die nicht zum Anschluss des Nebenklägers berechtigt – zurückgewiesen.

Tatsächlich ging es uns aber keineswegs nur um die Rechtsfolge einer höheren Strafe sondern um eine vollständige und korrekte Berücksichtigung aller für ein sachgerechtes Urteil erforderlichen Tatbestände.

Dieser Täter hat die Justiz schon häufig an der Nase herum geführt. Die Angehörigen des Opfers wollen keine Rache. Nichts kann sie über den Schmerz hinwegtrösten. Mit immer neuer Milde für Straftäter lässt sich die Sicherheit im Straßenverkehr aber nicht erreichen.

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Über rainerseiffert

As an international christian non-profit blogger, author and photographer I like to help on Twitter and Facebook with inspirational quotes. I collected the best quotations (more than 1000) for more than 4 years. Until 2010: German auditor and consultant (bank-auditor, internal auditor). I was a auditor and management consultant for 30 years and live in Germany. 28. of April 2010: My son was murdered. Many twitter-friends helped to catch the murderer. This was the first twitter-manhunt in Germany.
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4 Antworten zu Fahrerflucht-Blog, Twitter-Fahndung von Rainer Seiffert nach Michel M., dem Todesfahrer von Mönchengladbach; Hinweise zur Fahrerflucht (Todesopfer: Bernd Seiffert)

  1. free music schreibt:

    i wish it Fahrerflucht-Blog, giggle-Fahndung von Rainer Seiffert nach Michel Marquardt, dem Todesfahrer von Mönchengladbach; Hinweise zur Fahrerflucht (Todesopfer: Bernd Seiffert) | Fahrerflucht-Blog / Sicherheit und Schutz für Radler bzw. Fahrradfahrer! / Gedenkseite und Nachruf für den Informatiker Bernd Seiffert now im your rss reader

  2. Jan schreibt:

    Als Teil der Internet-Community und persönlich als junger Mensch möchte ich Ihnen meinen vollen Respekt zollen. Ich glaube Ihr Sohn ist sehr stolz auf Sie. Sie sind ein guter Vater und Ihr Sohn ist nicht vergessen. Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Kraft und Kampfeswille für das Recht Ihres Sohnes zu kämpfen. Gruß aus dem Ruhrgebiet.

  3. Alloha schreibt:

    Nur so am Rande: die erwähnten Poller sind aus Kunststoff !!

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